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Mrz31

Planet der Affen (4)

Nun, da Ihr wisst, was sich damals in Indonesien zugetragen hat, kann ich Euch den Rest der Geschichte von meinem Aufenthalt auf dem Planeten der Affen erzählen.

Ähnlich wie in Papua gibt es auch auf Monotis niedliche, menschenfreundliche Affen. Diese sind jedoch in der Minderheit und haben nicht viel zu melden. Es handelt sich hierbei um Vegetarier, die in erster Linie daran interessiert sind, das Verhalten anderer Spezies (wie das der Menschen) zu studieren.

Eine militante Untergruppe dieser Vegibbons verübt auch manchmal Anschläge auf Forschungseinrichtungen. Die Strafen dafür sind allerdings so unangenehm, dass manche sich wünschten, sie würden bloß spaghettifiziert werden. Insbesondere die Carniquitation, bei der einem das Fleisch in Streifen von den Knochen gezogen wird, um daraus Jerky (Trockenfleisch) zu machen, und das Pluratomisieren sind besonders barbarisch und gefürchtet. Das Pluratomisieren ist ein Vorgang, bei dem sich die Atome des Körpers wie bei der Zellteilung verfielfachen, so dass man aufgeht wie ein gigantischer Hefekloß, bis man schließlich mit einem großen Knall implodiert und nur ein Häufchen Asche übrig bleibt, das dann vom Sonnenwind verweht wird. Aus diesem Grund trauen sich nur wenige Affen, sich den Vegibbons anzuschließen.

Ich klammerte mich an den Goribo, während wir von Ast zu Ast schwangen. Für den Notfall – und dies war definitiv ein Notfall – hatte ich in der Nähe meiner Zeitmaschine eine Affenfalle aufgebaut. Ich hatte Glück, denn die Goribos mögen uns an Intelligenz weit überlegen sein, aber wenn es um die Befriedigung ihrer primären Bedürfnisse geht, sind sie eben doch nur Affen. Wie erhofft, war der Goribo so sehr mit dem Inhalt des präparierten Kürbisses beschäftigt, dass ich die Gelegenheit nutzten konnte, meine Maschine startklar zu machen und schnell das Weite zu suchen… Besondere Situationen erfordern eben manchmal besondere Maßnahmen, und die Affenfalle hatte mich mal wieder gerettet.

Die Affen von Monotis sind den Menschen technologisch weit überlegen. Man sollte unbedingt Stephen Hawkings Rat berücksichtigen und aufhören, nach intelligentem Leben im Weltall zu suchen. Natürlich gibt es dort intelligentes Leben, aber wann immer eine Spezies auf eine unterlegene trifft, endet dies in einem Desaster („DesAster“ bedeutet übrigens wörtlich „Schlechter Stern“). Meist wird die unterlegene Spezies versklavt, verspeist oder ausgerottet. Träfen wir also auf die uns evolutionär weit überlegenen Affen vom Planeten Monotis, schlimmer noch – würden sie irgendwann auf unseren Planeten stoßen – wäre dies der Untergang der Menschheit.

Als ich von der Expedition wiederkam, es war das Jahr 1963, ging ich gleich in die nächste Bar, denn ich brauchte auf den Schrecken erstmal einen großen Drink. An der Theke unterhielt ich mich mit einem Typen namens Pierre Boulle. Ich erzählte ihm von meiner Reise. In Bars ist es meistens ungefährlich, sowas zu erzählen. Die Leute denken dann, man sei betrunken und hätte irgendwelche Drogen genommen. Keiner nimmt das ernst…auch Pierre nicht. Während ich sprach, kritzelte er aber die ganze Zeit etwas in sein Notizbuch. Heute weiß ich warum…


Liebe Leute, erfreut Euch daran, dass die Sonne scheint. Trefft Euch mit Freunden, geht ein Eis essen, am Strand spazieren oder Parties feiern – aber hört um himmelswillen auf, weiter nach Außerirdischen zu suchen, denn das endet selten gut.

So, das musste mal gesagt werden. Euch noch einen schönen Tag!

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