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Mrz06

Die Armee der Robaka

Was Dr. Frankenstein und die Nazis einst begannen, führten die Sowjets in den 1950er Jahren konsequent fort. Ein Team kommunistischer Wissenschaftler der Universität Moskau und der Sowjetischen Wissenschaftsakademie entwickelte, unter der Leitung von Dr. Vladimir Demikhov, in einer geheimen stalinistischen Einrichtung in Kantubek einen gigantischen Kampfroboter – gesteuert von einem Hundekopf.

Die Armee der sogenannten Robaka (eine Kreation aus dem russischen Wort für Roboter „робот“ und Hund „собака“) sollte als Geheimwaffe im Krieg gegen die USA zum Einsatz kommen. Tatsächlich gibt es wohl kaum eine fiesere Kampf-maschine als diesen riesigen Roboter des Typs „Sturm“ (шторм), der vom Hirn einer aggressiven Bestie gesteuert wird.

Vladimir Petrovich Demikhov (russ. Владимир Петрович Демихов; * 18. Juli 1916 in Kulini/Oblast Wolgograd; † 22. November 1998 in Moskau) war ein russischer Chirurg und Pionier der Transplantationschirurgie. Demikhov wurde insbesondere durch seine Versuche an Hunden bekannt.

vladimir-demikhov

Zwischen 1930 und 1950 experimentierte Demikhov mit künstlichen Herzen und Bypassoperationen, verpflanzte aber auch Herzen und Lungen. Demikhov führte unter anderem die erste Herztransplantation bei einem Warmblüter, die erste Lungentransplantation und die erste Herz-Lungen-Transplantation in der Geschichte der Chirurgie durch.

Hund mit zwei Köpfen und sechs Beinen

In der Öffentlichkeit bekannt wurde er jedoch vor allem durch Operationen, in denen er Köpfe und Vorderkörper verpflanzte.

Kopftransplantation_durch_Physiologen_Demikhov

Die letzte in der DDR von Vladimir Demikhov gezeigte Kopftransplantation am 13. Januar 1959

Ein Informant hat mir nun diese bislang streng geheim gehaltenen, brisanten Original-Unterlagen aus den 1950ern zugespielt, in denen Dr. Demikhov sein Robaka-Experiment ausführlich darlegt.

Der Korpus, Modell "Sturm" (шторм)

Der Korpus, Modell "Sturm" (шторм)

Test des Roboters

Test des Roboters

Schutzhülle/Mechanik

Modifikationsschema

Das OP-Team

[Wer besonders starke Nerven hat, kann sich auch noch dieses Video (FSK 18) mit einem Versuch von Demikhov ansehen, bei dem demonstriert wird, wie ein lebender Hundekopf, nur an Schläuche und eine Herzmaschine angeschlossen, auf Reize reagiert. Aber Vorsicht, das ist echt krank…]

Aufgrund der Größe der Riesenkampftölen und des lautstarken Kläffens der Robaka, war es schwierig, das Experiment langfristig geheim zu halten. Auch das Gassigehen erwies sich als sehr problematisch.

Nachdem die Animal Liberation Front, angeführt von Jeffrey Goines, mehrere Anschläge auf die Forschungseinrichtung verübt hatte, gab man die Entwicklung der Robaka schließlich auf und verlagerte seine Aktivitäten auf die Erforschung subtiler wirkender Biowaffen wie Tularämie, Anthrax und Botulinum sowie die Entwicklung einer Ebola-Pocken-Chimäre.

Zentrum der sowjetischen Forschung war die heute verlassene Stadt Kantubek auf der ehemaligen Insel der Wiedergeburt im Aralsee.

Am 2. April 1979 kam es zu einem Unfall in einem Forschungslabor in Swerdlowsk, bei dem aufgrund einer defekten Belüftungsanlage Anthrax-Keime in die Umgebung abgelassen wurden. Am 12. April wurde das Gebiet um Swerdlowsk unter Quarantäne gestellt. Insgesamt starben 64 Menschen.

Der KGB vertuschte diesen Unfall in einer großangelegten Aktion. Er behauptete, die Epidemie wäre durch kontaminiertes Fleisch ausgebrochen. Erst 1992 gestand die russische Regierung unter Boris Jelzin den Unfall und seine Vertuschung.

Demikhov starb 1998 unbeachtet, erhielt aber kurz vor seinem Tod den Orden „Für Verdienste am Vaterland“.

2 Comments

  1. Alexander Bäcker

    Faszinierend, aber mit Sicherheit ein Fake. Bei dem Bild mit dem angeblich transplantiertem Hundekopf kann man doch sehen das beide Hundekörper noch da sind und nur zwei Hunde aufeinander gelegt wurden.
    Und der Roboter KANN gar nicht funktionieren.
    So gesehen isses lustig 🙂

    1. Nika Apollonia

      Lieber Alex,

      leider irrst Du Dich… Dr. Demikhov hat diese makaberen Hunde-Experimente tatsächlich durchgeführt. Die einen sehen in ihm deshalb einen irren Dr. Frankenstein, von anderen hingegen wird er als Pionier der Transplantationschirurgie gefeiert. Manchmal transplantierte er nicht nur den Kopf, sondern ließ auch die Vorderbeine dran – so wie auf dem Foto bzw. in diesem Video.
      Der erste zweiköpfige Hund, ein adultes Tier mit transplantiertem Welpen, lebte nach der Operation noch 5 Tage. Demikhov erschuf in den folgenden 15 Jahren noch 19 weitere dieser Kreaturen, jedoch lebte keine von ihnen besonders lange, da es Probleme mit der Abstoßung des Gewebes gab. Der Rekord lag bei 29 Tagen. Eine von Demikhovs Schöpfungen kannst Du Dir noch heute in Riga, Lettland, in Pauls Stradiņš Museum für Medizingeschichte ansehen.
      Bei seinen Experimenten ging es Demikhov darum zu verstehen, wie man defekte Organe ersetzen bzw. künstliche Substitute dafür erschaffen kann. Falls Du alt genug bist und Du heute noch nichts gegessen hast, kannst Du Dir auch noch das verlinkte Video mit dem abgetrennten Hundekopf ansehen, auf das ich im Artikel hinwies (wie mir vorhin aufgefallen ist, hatte ich es falsch verlinkt – sorry dafür). Wenn Dir danach nicht einfach nur total schlecht ist, wirst Du vermutlich ins Grübeln kommen…

      Für weitere Informationen zum Thema empfehle ich das Archiv von Herrn Google. 😉

      Beste Grüße,
      Nika

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