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Feb08

Zeitreisender festgenommen

Wenn man als Zeitreisender unterwegs ist, sollte man sich möglichst unauffällig unter’s Volk mischen. Mein alter Freund Andrew Carlssin aber hat dieses Gebot missachtet, was ihm letztlich zum Verhängnis wurde.

Er war schon immer ein Schlitzohr. Seinen größten Coup landete er im Jahr 2002 an der Wall Street. Andrew investierte 800$ und setzte auf 126 Hochrisiko-Aktien. Nach zwei Wochen war sein Aktienportfolio 350.000.000$ wert. Damit zog er leider die Aufmerksamkeit der SEC (U.S. Securities and Exchange Commision) auf sich, die ihn wegen des Verdachts auf „Insider Trading“ am 28. Januar 2003 verhaften ließ.

In einem vierstündigen Geständnis, das die SEC auf Video aufnahm, erfuhren die erstaunten Ermittler, dass Andrew ein Zeitreisender aus dem Jahr 2256 sei (was ja den Tatsachen entspricht). Bevor er in die Vergangenheit reiste, hatte er sich eine Liste von Unternehmen notiert, die sich auf dem derzeit maroden Aktienmarkt durchsetzen konnten.

Es war einfach zu verlockend. Ich wollte es ganz natürlich wirken lassen. Hier und da mal ein bisschen verlieren, damit es nicht zu perfekt aussieht. Aber ich habe mich hinreißen lassen.

Er bot den Beamten großzügig an, ihnen einige „historische Fakten“ zu verraten, wenn sie ihn laufen ließen, z.B. das Versteck von Osama Bin Laden oder das Heilmittel für Aids. Er wolle bloß wieder zurück in die Zukunft.

Trotz der bohrenden Fragen der Ermittler, weigerte sich Andrew standhaft, der SEC zu verraten, wo seine Zeitmaschine sei und wie sie funktioniert, da diese ja in falsche Hände geraten könnte.

Sie glaubten ihm seine Geschichte zunächst nicht, sondern hielten ihn für einen Irren oder zumindest für einen pathologischen Lügner. Ein Insider räumte aber ein, dass es keinerlei Belege für die Existenz eines Andrew Carlssin vor Dezember 2002 gibt.

Der Original-Bericht stand in der wunderbaren Weekly World News, nachzulesen hier. Oder hier (D, abgewandelt).

Bellagio

The safest way to double your money is to fold it over once and put it in your pocket. Kin Hubbard

Andrew ist einfach unverbesserlich. Er hat mir nie verraten, wie er die Beamten letztendlich rumgekriegt hat, aber als ich ihn das letzte Mal sah, zockte er gerade unter falschem Namen erfolgreich in Las Vegas und schlürfte seinen Lieblings-Cocktail – einen „Gambler“.

2 Comments

  1. Hanzl

    Hallo Nika,

    zur Zeit kannst Du verfolgen, wie ich es geschafft habe die Pennystock-Aktie „Canadian Zinc“ von 0,01 Cent zu kaufen und bis heute auf immerhin 0,09 Cent im Depot steigen zu lassen. Ich habe vor, den unermesslichen Gewinn, dazu zu nutzen in der Antartis in ein Paar Jahren nach Abschmelzung der Polkappen ein Steuerparadies zu gründen. Du bist eingeladen dort seßhaft zu werden.

    Oi Oi Oi

    Hanzl

    (besonders guter Schüler des großen Börsenmeisters Costolani und Zeit“eis“ender)

    http://www.donogo.wordpress.com

  2. Nika Apollonia

    Hallo Hanzl,

    herzlichen Dank für die Einladung. Tatsächlich entwickelt sich die Antarktis bereits in den nächsten 300 Jahren zu einem beliebten Urlaubsziel, u.a. weil Peter Jackson dort „Der Herr der Ringe – Teil IV“ drehen wird. Ich komme sehr gerne auf Dein Angebot zurück.

    Intergalaktische Grüße,
    Nika

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