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Mrz24

Planet der Affen (2)

Da war ich nun also auf diesem fremden Planeten. Allein unter Affen, in einem Gorilla-Kostüm. Ich erkundete die Gegend. Tatsächlich sind die Bedingungen auf Monotis ideal für Affen. Überall wuchern Pflanzen, und die Bäume ragen mindestens 500 Meter in den Himmel. Der ganze Planet ist ein einziger Dschungel. Was es für mich etwas kompliziert machte, war dass die Affen auf Monotis kaum je von diesen Bäumen herunterkommen. Sie schwingen die ganze Zeit von Ast zu Ast und von Liane zu Liane, so dass einem ganz schwindelig davon wird.

Das hatte ich nicht bedacht, und das Temponautentraining bereitet auch nicht wirklich auf eine solche Umgebung vor. Erstaunlich ist, dass es sich die Affen dort oben in den Baumkronen richtig gut eingerichtet haben. Ihr denkt jetzt sicherlich, sie gammeln den ganzen Tag auf irgendwelchen Ästen rum, pulen ab und zu mal eine dicke Made aus der Rinde und lausen sich gegenseitig das Fell. Aber weit gefehlt – die führen dort oben sogar Hirntransplantationen durch! Nun ja, es war tatsächlich eine Herausforderung, in dieser befremdlichen, urwüchsigen aber zugleich hochentwickelten Umgebung nicht verdächtig aufzufallen – und das, wo mich doch selbst auf der Erde schon viele für einen Sonderling halten.

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Einmal wäre meine Tarnung fast aufgeflogen, aber das lag nicht daran, dass ich beim Klettern so unbeholfen war. Ein Goribo-Männchen hatte sich in mich verliebt – ausgerechnet! Da bekommt der Ausspruch „Ich hab dich zum Fressen gern“ gleich eine ganz neue Bedeutung… Goribos stammen zwar von den Weltraumaffen ab, aber man muss sie sich als eine Mischung aus Gorilla, Morlock, Ork und Vogone vorstellen – evolutionär also weit entfernt von den niedlichen Rhesusäffchen, die man damals in den Orbit geschossen hat. Und was die inneren Werte angeht…es mag auch einige sanfte Gemüter unter diesen Vandalen geben, doch eins haben sie alle gemeinsam: Sie stehen auf Humanoidenschaschlik mit Erdnusssoße.

Ich zeigte mich geschmeichelt und gab dem jungen Goribo zu verstehen, dass er erst gegen das Alphamännchen meiner Gruppe antreten müsse, wenn das mit uns etwas werden soll (das hatte ich mal in einem Tierfilm gesehen). Tatsächlich ging er darauf ein, und so konnte ich ihn unter diesem Vorwand in die Nähe meines Tempomobils locken. Angesicht der Gewaltbereitschaft meines liebestollen Begleiters war ich zwar ziemlich nervös, aber ich hatte mich auf alle Eventualitäten gut vorbereitet. Da ich ja vorher schon wusste, dass ich einen Planeten voller Affen ansteuern würden, hatte ich jede Menge Flaschenkürbisse an Bord meiner Zeitmaschine. Im Notfall würde ich einfach meinen altbewährten Trick anwenden, der mich damals schon in Indonesien gerettet hatte.

Im nächsten Teil erzähle ich Euch, was es mit den Kürbissen auf sich hat, wie ich fast als Komoran-Futter geendet wäre und weshalb ein Stamm in Papua jetzt einen neuen Feiertag hat.

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