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Sep09

Temponaut der Woche: Al Bielek

Al, Sie sind schon mehrfach in der Zeit gereist. Verraten Sie uns Ihr Geheimnis – wie haben Sie es gemacht?

Nun, ich war im Oktober 1943 Mitglied der Besatzung des Zerstörers U.S.S. ELDRIDGE und somit auch unfreiwilliger Teilnehmer des Philadelphia-Experimentes. Als sie das Kraftfeld aktivierten, fiel ich gemeinsam mit meinem Bruder Duncan Cameron über Bord und kam in einem Krankenhaus im Jahr 2137 wieder zu mir.

Es heißt heute immer, man habe damals nur versucht, eine Entmagnetisierung des Schiffes zum Schutz vor Magnetzündern zu bewirken. Die Regierung behauptet ja sogar, es habe das Experiment nie gegeben, aber ich habe es am eigenen Leib erlebt. Tatsächlich handelte es sich nämlich um eine streng geheime Operation zum Test von Teslas Teleportationstechnologie!!

Was ja kaum jemand weiß ist, dass das Experiment von Zeta-Aliens organisiert und beeinflusst wurde. Aufgrund von magnetischen Zyklen, die alle 20 Jahre eine magnetische Spitze erreichen, musste es genau zu jenem Zeitpunkt durchgeführt werden. Wenn man sich an die Zyklen hält, ist es einfacher, dimensionale Frequenzbänder zu durchqueren. Man stellt dafür eine Verbindung her zwischen den Polen des elektro-magnetischen Strudels, also zum Beispiel zwischen der elektrischen Oberwelle des Dimensionsbandes D3 und dem magnetischen Basiston von D4. Dadurch erzeugt man ein magnetisches Fenster, durch das man dann reisen kann.

Was waren die größten Schwierigkeiten auf Ihrer Reise?

Wir waren durch die Strahlung ziemlich schlimm zugerichtet gewesen, da wir ohne Schutzanzüge durch das Raumzeit-Kontinuum geflogen waren. Die Ärzte im Krankenhaus brauchten vier Wochen, um mich wieder halbwegs zusammenzuflicken. Das Krankenhaus konnte ich während der gesamten sechs Wochen meines Aufenthaltes in 2137 nicht verlassen. Im Fernsehen sah ich aber, dass die Ostküste sich aufgrund einer Naturkatastrophe dramatisch verändert hatte. Da fing ich an, Fragen zu stellen.

Die Überschwemmung muss wohl vor 2025 stattgefunden haben. Auch die komplette Infrastruktur der USA war infolgedessen zusammengebrochen. Dazu kamen noch der dritte Weltkrieg, bei dem Atombomben eingesetzt wurden, eine verheerende Epedemie, der Zusammenbruch des Bankwesens und der Regierungen sowie Gefechte mit menschenfressenden Aliens. Das Philadelphia-Experiment hat ein Loch in das Raumzeit-Kontinuum gerissen, durch welches die Aliens hierher gelangen konnten. Wir können sie besiegen, aber nach dem Alienkrieg steht dann alles unter militärischer Kontrolle. 2137 gibt es keine Weltordnung mehr. Es leben nur noch 300 Millionen Menschen auf der Erde, davon ca. 50 Millionen in den Vereinigten Staaten von Amerika.

Von 2137 aus ging es nicht wieder zurück, sondern erstmal weiter in das Jahr 2749, wo ich bis 2751 blieb und etwas über die Kultur und Zivilisation lernen konnte, die dann völlig computergesteuert ist. Mein Bruder Duncan war diesmal nicht dabei. Nach zwei Jahren schickte man mich wieder ins Jahr 2137 zurück, wo ich erneut auf Duncan traf. Schließlich kamen wir am 12. August 1983 auf einer Militärbasis in Montauk wieder zu uns, wo uns Hubschrauber mit Suchscheinwerfern erwarteten. Es gab eine direkte Verbindung zwischen Montauk 1983 und der U.S.S. Eldridge von 1943, ein Wurmloch. Wir wurden dorthin zurückteleportiert, und ich landete wieder auf dem Schiff, bevor es sich 1943 rematerialisierte.

Mein Bruder entschied sich kurzfristig anders und sprang erneut vom Schiff, zurück nach Montauk 1983. In Montauk wurden damals von der Regierung Experimente zur Bewusstseinskontrolle und Gehirnwäsche durchgeführt. Leider missbrauchte man Duncan dort als Versuchskaninchen. Während eines Experimentes verlor Duncan sein „Zeitschloss“, und er begann extrem schnell zu altern – ein Jahr für jede Stunde, die verging. Deshalb reisten die Zeitingenieure von Montauk zurück in das Jahr 1950 und überredeten unseren Vater Alexander Cameron, einen weiteren Sohn zu zeugen. Man entfernte schließlich Duncans Seele und pflanzte sie in das neue Kind ein, das nun die Person ist, die man heute als Duncan Cameron kennt.

Ich selbst wurde 1916 als Edward (Ed) Cameron geboren, aber die Regierung hat mithilfe geheimer Technologien meine Zeitspur ausgelöscht und mir den Körper und die Herkunft des 1927 geborenen Alfred Bielek gegeben. Die Technologie, die sie verwendeten, ist jedoch nicht perfekt – nach und nach kehrten meine Erinnerungen zurück…

Was ist das Schönste am Zeitreisen?

Ja haben Sie mir denn nicht zugehört? Zeitreisen ist nicht schön. Es ist sehr gefährlich und überaus verstörend. Mein Bruder kann sich an rein gar nichts mehr erinnern, außer dass er von der Eldridge fiel und naja, ich meine, sehen Sie mich doch mal an! Ich habe alles verloren. Meine Familie, mein Gedächtnis, meine Gesundheit, meine Identität. Manch einer sagt sogar, ich hätte den Verstand verloren.

Welche drei Dinge nehmen Sie auf jede Zeitreise mit?

Es kommt immer so überraschend, da kann man sich schlecht vorbereiten, also hatte ich bislang nie etwas dabei, um meine Reisen zu dokumentieren. Ich kann die Teleportation nicht steuern und weiß auch nicht, wie es passiert. Es passiert halt einfach. Wirklich unangenehm.

Können Sie uns noch mehr über das Jahr 2749 erzählen?

Sehr gerne. Ich war ja seinerzeit Reiseleiter in den schwebenden Städten und bin ganz gut rumgekommen. Ich hoffe, Sie haben ein wenig Zeit mitgebracht…

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